Das Lächeln der Frauen. Nicolas Barreau

DasLaechelnderFrauenAllein schon der erste Satz zog mich sofort in seinen Bann…

„Letztes Jahr im November hat ein Buch mein Leben gerettet“

„Ich zum Beispiel sammle Gedanken. In meinem Schlafzimmer gibt es eine Wand mit bunten Zetteln voller Gedanken, die ich festgehalten habe, damit sie mir in ihrer Flüchtigkeit nicht verlorengehen. Gedanken über belauschte Gespräche im Cafe, über Rituale und warum sie so wichtig sind. Gedanken über Küsse im Park bei Nacht, über das Herz und über Hotelzimmer, über Hände, Gartenbänke, Photos, über Geheimnisse und wenn man sie preisgibt, über das Licht in den Bäumen, und über die Zeit, wenn sie stillsteht.

Meine kleinen Notizen haften an der hellen Tapete wie tropische Schmetterlinge, eingefangene Momente, die keinem Zweck dienen ausser dem, in meiner Nähe zu bleiben, und wenn ich die Balkontür öffne und ein leichter Luftzug durch das Zimmer streicht, zittern sie ein wenig, so als wollten sie davonfliegen.“ (S.11)

Immer wenn ich unglücklich oder unruhig bin, gehe ich los und kaufe Blumen. Natürlich mag ich Blumen auch, wenn ich glücklich bin, aber an diesen Tagen, wenn alles schiefläuft, sind Blumen für mich wie der Beginn einer neuen Ordnung, etwa, das immer vollkommen us, egal, was passiert.

Ich stelle ein paar blaue Glockenblumen in die Vase, und es geht mir besser. Ich pflanze Blumen auf meinem alten Steinbalkon, der zum Hof hinausgeht und habe sofort das befriedigende Gefühl, etwas ganz Sinnvolles zu tun. Ich verliere mich darn, die Pfanzen aus dem Zeitungspapier zu wickeln, sie behutsam aus den Plastikbehältern zu lösen und in die Töpfe zu setzen. Wenn ich mich den Fingen in die feuchte Erde greife und darin herumwühle, wird alles ganz einfach, und ich setze meinem Kummer wahre Kaskaden aus Rosen, Hortensien und Glyzinien entgegen“ (S.12)

Aurélie wird von Claude von heute auf morgen verlassen, ohne dass sie etwas geahnt hätte…

„Er musste seinen Abgang sehr sorgfältig geplant haben, und ich fragte mich, wie es sein konnte, daß ich nicht gemerkt hatte, nichts. Davon, daß er vorhatte zu gehen. Davon daß er sich verliebt hatte. Davon, daß er bereits eine andere Frau küßte, während er mich küßte.“ (s.17)

Das kommt mir bekannt vor und die Sätze treiben mir die vertrauten Tränen in die Augen. Ich fange mich schnell. Die Traurigkeit verfliegt.

„Glück und Unglück liegen oft sehr nahe beieinander. Anders formuliert könnte man auch sagen, daß das Glück bisweilen seltsame Umwege nimmt“

(auch bei uns :-))

Manchmal geht man los, um irgendwo anzukommen, Und manchmal geht man einfach nur los, um zu gehen und zu gehen und immer weiter zu gehen, bis die Nebenl sich lichten, die Verzweiflung sich legt oder man einen Gedanken zu Ende gedacht hat.“ (S.22)

„Strenggenommen hat nur eine Sorte Bücher das Glück unserer Erde vermehrt: die Kochbücher“ S. 24 zitiert der Autor Joseph Conrad

„Wenn man unglücklich ist, sieht man entweder gar nichts mehr und die Welt versinkt in Bedeutungslosigkeit, oder man sieht die Dinge überdeutlich und alles bekommt mit einmmal eine Bedeutung. Sogar ganz banale Dinge, wie eine Ampel, die von rot auf Grün sprint, können darüber entscheiden, ob man nach rechts oder links geht.“

 

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