Endlich Ferien!?

Der Regen plattert unaufhörlich gegen das geschlossene Fenster. Sommer? Ferienbeginn? Es sieht wahrhaftig nicht so aus. Ich denke an die Predigt von gestern, die unter dem Stichwort ENDLICH FERIEN stand. Am Samstag konnte ich mir absolut nocht vorstellen, Sonntag um 10 in der Kirche zu stehen und mich für den Gottesdienst einzusingen. Zu schwer fiel der Abschied von meiner/unserer Insel in der Nordsee. Obwohl es auch da morgens regnete. Nur dort lockerte der Himmel mittags wieder auf und wir konnten die letzten Stunden mit Sonne und Wind geniessen.

Wie unterschiedlich das Wetter war und wie verschieden! Am Strand Südwest Sturm, hohe Wellen, Gischt fast mehr als Meer, der Sand „kniepte“, wie 1000 Stecknadeln an den Beinen. Unserem Hund Jule macht es nichts aus. Sie tobt ins Wasser,  jagt den Möwen nach und wartet, dass wir den Ball werfen, den wir jedoch im Moment nicht dabei haben. Wie ein kleines Kind, sagst Du immer. Spielt, schläft, (fr)isst. Rennt, was das Zeug hält. Buddelt im Sand, sogar IM Wasser. Bringt Austern als Geschenk für uns. Leider meist ohne Perle… Trotzdem niedlich. Stundenlang kann man sie bewundern. Dieses Tempo, diese Ausdauer! Da könnte sich manch ein Mensch etwas abschneiden!

Eigentlich wollten wir ja nur noch etwas Sand für zuhause holen. Wir füllen vier kleine Plastiktüten und fragen uns, beladen mit der kostbaren Fracht, wieviele dieser Beutel man wohl würde füllen können mit dem ganzen Kniepsand, diesem unendlichen Strand. Immer wieder umwerfend! Und immer wieder anders! Auf jeden Fall findet man zuhause in allen Ritzen des Körpers, im Ohr, in den Haaren, immer wieder einige Sandkörner als Souvenir.

Dann in dem kleinen Friesendorf, im Garten des Cafes, beschaulich, der Wind hier kaum spürbar. Ein letzter Kaffee in der Sonne, in den Himmel blinzeln, diese Luft!!! Noch eine Stunde, dann legen wir ab und in nur anderthalb Stunden erreichen wir das Festland, für mich viel zu schnell! Dann noch zwei Stunden mit dem Auto und wir sind zuhause.

Und hier: Regen. Bei der Ankunft ist es noch trocken. Unkonventionell lassen wir das  vollgepackte Auto einfach stehen und gehen zu unserem Griechen, denn den Haustürschlüssel hat meine Tochter, die erst in einer Stunde nach Hause kommt. Ein sehr entspanntes Ankommen! Erstmal den Garten und die Blumen inspizieren. Der Rasen ist zu einer Naturwiese hochgewachsen, die gelben Butterblumen haben sich schon zur Ruhe begeben und ihre Knospen geschlossen.

Am Sonntagmorgen früh wach, Zeit!  Zeit für unser ausgiebiges Morgenritual das immer etwas anders ist und sogar für ein Frühstück in alle Ruhe, dann in die Kirche. Und es ist tatsächlich schön! Ja, richtig gut, wieder hier in der Gemeinschaft das „Jauchzet dem Herrn“ zu schmettern, Du hinter mir, wenn auch leicht versetzt. „Ich bin da“ flüsterst Du mir von hinten ins Ohr. JA! Ich lächle. Ja, Du bist da, das ist das Gute, nicht nur im Urlaub, sondern auch hier, zuhause, da, bei mir, wir. Ein Geschenk! Danke für dieses Glück. Egal ob Sonne oder Regen. Und irgendwann wird auch der sich wieder verziehen und der Sonne Platz machen.

Und Ihr glaubt es nicht, gerade JETZT wird es heller ich ahne die Sonne hinter den Wolken, vielleicht kommt sie doch gleich heraus?

Schliesslich sind doch ENDLICH FERIEN!

 

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