Stürmische Böen

KareKare

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Manchmal fege ich wie ein Orkan über alles hinweg. Oder wie stürmische Böen. Nicht zu bremsen. Ich bekomme öfter zu hören, dass ich „springe“, von einem Thema zum nächsten. Sie kommen nicht mehr mit. Mein Schatz, den ich frage, wie es für ihn ist, wenn ich mal wieder ausschweifend von meinen Erlebnissen und detailliert von meinen Erfolgen berichte. „Ich habe mich über die Zeit schon daran gewöhnt“, antwortet er, „dass Du mich mit Deinen Geschichten manchmal verwirrst“. „Genau deshalb hat er Dich ausgesucht“, sagt eine meiner besten Freundinnen – und genau deshalb sind wir auch zusammen. Und er hat ja selbst schon gesagt, nicht nur einmal, dass er meine Power liebt. Ich gebe zu, die Zweisamkeit, der echte Austausch kommt manchmal zu kurz. Da ist noch Entwicklungspotential!

Es passiert wie von selbst, ich kann es kaum verhindern und ich will es auch gar nicht. Denn da ist Power und Energie! Jemand sagte mal „Sie ist wie ein Generator, muss man nur anschließen, läuft wie von selbst!“ Der Sturm baut sich unmerklich auf, wird stärker, ebbt ab und verwandelt sich in einen angenehmen frischen Wind.

Ich kenne kenne ähnliche Rückmeldungen auch von Anderen. „Ich weiss gar nicht mehr, wovon Du redest, was meinst Du eigentlich?“ sagen sie. Wenn ich aufmerksam beobachte, sehe ich es an ihren Gesichtern. „Kannst Du mal bei einem Thema bleiben?“ Ich dagegen liebte dieses Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Themen. Wie in einer Geschichte, die irgendwie beginnt und nachher ganz woanders endet. Das ist doch gerade das Grandiose beim Schreiben. Ich beginne in Dänemark und ende in der Schweiz. Ich erzähle vom Singen und ende in meiner Seele oder im Herzen. Ich beginne vor einem Kino, gelange über Umwege zu einer Hotelgarage und lande zum Ende, nicht ohne Umwege und Schwindelgefühle, in einem Cafe ungefähr 40 Meter über der Elbe. Wie bin ich da hingekommen? Keine Ahnung! Und genauso ist es doch beim Erzählen auch! Von meinem Job zu meinem Privatleben, vom letzten Urlaub bis zum nächsten Bad in unserem See. Von einer Veranstaltung, über das letzte Telefonat mit meiner Tochter zu den neuesten Erkenntnissen über meine Potentiale. Die Inspiration kommt und trägt mich mit sich hinweg, über Berge und Meer, über Flüsse und Täler, zu neuen Ufern und Horizonten, ungeahnten Plätzen. Wenn der Blick sich weitet und ich plötzlich Dinge entdecke, die ich nie im Leben bewusst gesucht habe, die auf mich zukommen, einfach so, das ist für mich das Größte!  Die Begeisterung ist wie eine Droge. Mir kommen jede Menge Ideen, die ich sofort umsetzen möchte. Dieses Tempo! Schneller, weiter. Wie eine Welle, die mich trägt, von einem Gedanken zum nächsten, die mich mit sich reisst  und ausläuft, bis sie sich zurückzieht ins Meer und im Großen Ganzen verschwindet, nur um kurz danach in einem neuen Anlauf sich zu erheben und  heran zu rollen.

„Du musst langsamer sprechen“, sagen sie. „Bleib beim Thema“ Und ich? Ich möchte ja so viele Informationen wie möglich hinüberbringen, meine Begeisterung teilen – und will den Anderen mitreissen und gleichzeitig nicht zu lange beanspruchen.

Mir fällt ein, beim telefonieren ist es auch so. Es fällt ein Stichwort und plötzlich ist die Idee für eine neue Veranstaltung da oder für eine neue Verbindung. Ein Fluß entspringt und bahnt sich seinen Weg, ist nicht zu stoppen, wenn das Wasser erst einmal in Bewegung gerät. Nimmt mit, was nicht fest verankert ist.

Immer dasselbe, ich rede mich in Rage, mir kommen Ideen, weitere Ideen. Und ich rase wie ein Schnellboot mit 300 PS über das Wasser. Ekstase!

Nur selten kommen die Wellen dann in Ruhe am Strand an, setzen mich sanft ab im Sand und ziehen sich zurück, so dass ich entspanne.

Erst wenn alles Wasser im Meer angekommen ist, atme ich wieder.

Wie sagt noch mein Lieblingscoach? Such Dir Menschen, die Dein Tempo mögen. Tja, erstmal finden!

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