Zeit – ein Luxusproblem

Ostern. Vier freie Tage. Nur teilweise verplant. Karfreitag: um 9:45 in der Kirche, um 11h singen wir im Gottesdienst die Johannes Passion von Schütz. Nachmittags kommt meine Tochter, wie schön! Ich hole sie um 15:30 vom Bahnhof ab. Eins der intensivsten Gespräche führen wir, als ich sie Samstag zum Salon fahre, für sie ein normaler Arbeitstag. Da wird die Zeit knapp und wir woll(t)en sie doch nutzen! Sie hat etwas wichtiges gesagt… was war das noch? Ich forsche in meinem Gedächtnis. Als sie weg ist schreiben wir, wie meist Samstags seltener. Sie arbeitet ja.

Abends: Osterfeuer. Wir sind mit Freunden verabredet, die nicht erscheinen, wir machen uns Sorgen. Am nächsten Tag klärt sich alles zum Guten auf. Beim Osterfeuer bleiben wir nicht lange, wir fahren nach Hause und machen ein eigenes Mini Feuer mit vertrockneten Ästen. Ich hole mir einen Rotwein und setze mich ans Feuer, ein Moment der Zufriedenheit! Um 21:45 gibt es Teil zwei des Krimis, Das Programm, am Vortrag haben wir den ersten Teil gespannt verfolgt und müssen nun natürlich wissen wie es ausgeht. In den letzten Szenen merke ich, ich hab das schon gesehen… entweder nur den Schluss – oder ich hab alles andere vergessen.

Ostersonntag kommt nachmittags die junge Familie zum Kaffee. „Unser“ Enkelkind, eigentlich das meines Mannes. Montags Freunde zum Frühstück und Kaffee. Es bleiben viele Stunden einfach für uns, für mich.

Ich habe ein Luxusproblem.

Ich habe Zeit.

Zeit für Dinge, die ich (angeblich) immer (unbedingt) tun will und meistens nicht schaffe. Dazu Aufgaben fürs Business. Die freien Tage passen eigentlich nicht, gerade jetzt kommt Arbeit rein. Dienstag geht es gleich los mit zwei Skype Terminen, Briefing mit Kunden und meinem Telefonteam. Mittwoch das letze Interview für die Premiere von Radio Connextions, geht Mittwoch abend, spätestens Donnerstag online. Und ich müsste so einiges Andere vorbereiten.

Das Meiste spielt sich in meinem Kopf ab. Ich habe aber auch eine Liste geschrieben. Nun gilt es zu entscheiden, was ich davon heute (Ostermontag) noch machen will/muß (?), um Dienstag entspannt zu starten.

Zurück zum Gundätzlichen.

Es beginnt ja schon mit dem Ausschlafen. Kaum hat man gefrühstückt, ist schon Mittag. Und durch das üppigere Osterfrühstück, vielleicht sogar angereichert mit Schokoladeneiern (wie kann man nur…;-)) bin ich danach müde und könnte schon wieder schlafen. Und ich könnte so dankbar sein! Ich bin es ja auch, aber ich quäle mich andererseits herum mit dem was ich tun will und könnte.

Die ZEIT stapelte sich – wie passend – fünf Ausgaben, bestimmt sind spannende Sachen drin. Immer wieder laden sie mich zu einem kostenfreien Probeabo ein, wenn ich nur eine Frage beantworte. Da kann ich doch (noch) nicht nein sagen?! OK, Ostersonntagabend, als der Besuch weg ist, blättere ich alles durch. Ich finde einen witzigen Artikel zu Plätzen in Hamburg. Den lese ich. Immerhin.

Ich möchte soviel machen. Nach Lüneburg zum Beispiel, meinem Sohn und seiner Partnerin Ostereier vor die Tür stellen. Aber muss ich einkaufen? Noch mehr Bücher? Buchhandlungen sind ja immer die wichtigste Anlaufstelle für mich. Das könnte ich mir auch mal in der Woche gönnen. Das Hin und Her in meinem Kopf ist anstrengend.

Am Ostermontag wache ich gequält von einem Traum auf, ich verlaufe mich in endlosen Fabrikhallen (Aristo, ehemaliger, alter Kunde, als Kind habe ich mit gedruckt, die Riesen Demo Rechenschieber…)

So geht es mir oft. Ein Wochenende, manchmal sogar ein langes, liegt vor mir und ich schwanke zwischen Job und dem was ich auch noch möchte. Ich weiss, wenn ich am Wochenende mal nicht arbeite, habe ic am Montag anderen Drive. Die kommende Woche vorbereiten, ja, ok, am Sonntagabend zum Beispiel. Irgendwann möchte ich das schon am Freitag tun, dann ist Wochenende und dann ist mal was anderes dran. An die frische Luft, lesen, einen Film schauen. Mit Freundinnen telefonieren. SCHREIBEN.

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