Das Wunder von Stuttgart

Wirkung bis an die Nordsee!

Die 180 Grad Wende

Das Unfassbare geschieht am 21.04.2022 in Stuttgart. Was für ein Tag! Ich bin zu Besuch bei meiner Tochter. Ostern hatte sie bei uns im Norden verbracht, dann fahren wir, wie schon oft, gemeinsam nach Stuttgart, für sie quasi „nachhause“. Ich denke an das erste Mal am 28. Februar 2019. Mit ihrem ganzen Hab und Gut, vor allem Klamotten…Der Unterschied: diesmal wechseln wir uns beim Fahren ab, denn sie hat jetzt ihren Führerschein! Ich darf mich, soweit ich es hinbekomme, zeitweise entspannen.

Wir haben eine entspannte Fahrt, na ja, Staus und Baustellen nicht mitgerechnet, und auf den letzten 10km gehts bei der Einfahrt nach Stuttgart nur noch im Schneckentempo voran (wollte ich nicht mehr 30er Zonen??), dann kommen wir heil und sicher an. Ich jaule im Stau dass wir Zeit so dumm vergeuden.

Wie schlau sagt Sanja:

Wir vergeuden die Zeit nicht im Stau, während wir im Auto im Schrittempo dahinschleichen und auch immer wieder stehen… wir verbringen sie nur woanders, nämlich im Auto
.




Wie recht sie hat.


Während sie am nächsten Tag (Mittwoch) wieder arbeitet, widme ich mich auch meiner Berufung, connextions, d.h. meinen Kunden und Aufträgen, meinen Telefonaten. Es fühlt sich für mich meistens nicht wie Arbeit an, auch wenn es immer mal viel ist. Hier ist es NOCH anders. Heute dazu mit einem besonderen Highlight, ich weiss es nur noch nicht, hier passiert gleich der Wende- und Ausgangspunkt.

Es ist der zweite Tag in Stuttgart

Meine Tochter ist auf dem Sprung in „ihren“ Salon – und ich möchte noch nicht aufstehen. Der „alte“ Modus wirkt noch, seit einigen Wochen, ja, Monaten. Genau genommen seit Mitte Januar bin ich in einem Schlapp-Langeweile-Modus, kurzfristig aufgehellt, während ich meine Kunden am Telefon trainiere, dass sie mit Spaß und Leichtigkeit Kunden gewinnen. Und wenn ich mit potentiellen Kunden und Geschäftspartnern spreche, bin ich auch ganz gut drauf. Ansonsten komme ich mir vor wir ein lahmes Pferd, das mühsam voran gezogen werden muss. Und wer weiss, wie Pferde ticken, der weiss auch, dass sie nur ungern folgen, wenn sie nicht wollen (dass sie aber ggf. folgen, wenn man sich wegdreht… dazu werde ich eine weitere Geschichte zum Verkaufen schreiben…) Ja, so war das jetzt eine ganze Weile. Ich fand Vieles langweilig, wusste wenig mit mir anzufangen. Völlig untypisch… ich hatte oft das Gefühl, wenn ich nichts zu tun habe, nicht arbeite (Geld verdiene? Sinn stifte? (nochmal Stoff für einen weiteren Text…) oder das zumindest anstrebe… fühlte ich mich überflüssig, nutzlos, WERT-los?? . Ich fand mich auch eine Zumutung für Andere, zum Beispiel für meinen Mann, meiner Tochter. In einer früheren, ähnlichen Phase meinte eine gute Freundin, es sei alles ok, sie fand mich weniger anstrengend…

Abends, so ab 18,19h, wenn ich gefühlt nichts mehr bewirken „musste“ / konnte, (heute könnte man ja andererseits eigentlich auch 24 Stunden aktiv sein, zB über Social Media, posts vorbereiten etc…), dann begann ich mich zu entspannen. Meine Sportrunden auf dem Fahrrad, egal ob drinnen oder draussen, absolviere ich, damit ich überhaupt in Bewegung bleibe. Nun ja. Alles mit „gebremstem Schaum“.

Und das Anstrengendste: Ich bin in diesen Phasen immer überzeugt, es legt sich von selbst wieder, ich muss warten, bis die Stimmung sich wieder wandelt, von allein verschwindet, vorbei ist. Ich kann nichts tun. Aus dem Coaching bekomme ich laufend zu hören was ich tun soll, kann, dass ich meine Stimmung steuern kann, dass ich alle Werkzeuge habe… dass es mir maximal einen halben Tag schlecht gehen darf. Und dann fühle ich mich noch mieser und komplett falsch.

Zurück zum Thema – ich hab mich wieder!

Sanja kommentiert dann mein Ansinnen, nicht aufstehen zu wollen so:

„Dann genieß es doch einfach mal“. Sie kennt den Freyschen Arbeitsdrang nur zu gut…

Ich halte inne, überlege und denke: ja warum eigentlich nicht?

Wieso immer leisten, Immer mehr, nie genug, immer mehr arbeiten. Das Freysche Leistungsprinzip…

Ich stehe dann dennoch auf… und was für ein Wunder, innerhalb der nächsten Stunde bin ich wie neugeboren. Meine Stimmung hat sich um 180° gedreht. Ich habe Lust auf den Tag, auf alles, was kommt. Ich bin wieder die alte Renate und gleichzeitig die neue. So wie ich mich kenne und besonders liebe: aktiv, neugierig, interesssiert. Verbindend, gewinnend, strahlend…Und Ich habe wieder Frühstücksappetit.

War das vorher eine Depression? Zumindest wohl eine depressive Verstimmung, vermute ich. Ich bin so dankbar für die wiedererwachte Power. Für die Lust am Leben, am Tun, am Dasein. Unendlich dankbar und glücklich! Und froh. Endlich ist sie wieder da, die Erfolgssschwingung, von der sich Menschen angezogen fühlen. Das zeigt sich in diesem Tag und auch an den weiteren Tagen sehr deutlich. Inzwischen ist das schon gut 4 Wochen her, während ich diese Story zuende schreibe. Wir haben Ende Mai 2022.

Also geniessen. Und dabei tiefenentspannt sein. Das ist die neue Ansage, die neue Möglichkeit.

Das „genieß das doch“ von meiner Tochter erinnert mich: ich DARF/ ich muss nicht .

Und dann fällt mir ein, dass ich immer wieder mehr qualitative Anrufe machen wollte, weniger Menge. Bisher war ich immer um so stolzer, je mehr Anrufe ich getätigt hatte. Jetzt geht es um Quality Calls, nicht Anzahl.

Dazu glaube ich daran, das ich genau die Richtigen erreiche. Das gibt dann auch die richtigen, zielführenden Ergebnisse. Es machen nicht die Anzahl Stunden. Calls. Mal endlich weg von dem Frey‘schen Leistungsprinzip: man kann nie genug arbeiten… Das alles geschieht am 21 April 2022.

Mittags , Vorher kommt ein Stress Call von der Telekom, sie wollten meinen Vertrag gern updaten. Der Mitarbeiter sagt, er sei noch neu, das Gespräch wird aufgezeichnet. Gefühlt wiederholt er sich immer wieder fragt diverse Dinge ab und es kommen auch immer neue Elemente dazu. So geht Verkaufen nicht. Oder doch? Am Ende habe ich für 3€ mehr Nutzen und sage ja, nur, damit wir endlich fertig werden. Ich bekomme das Ganze ja auch nochmal schriftlich. Vorher muss er das Ganze ja nochmal zusammenfassen, damit es rechtlich abgesichert ist, ich darf bestätigen.

Nach 20 Minuten schwirrt mir dermaßen der Kopf, dass ich erstmal wieder raus will, eine Runde im nahegelegenen Leipziger Park drehen. Da ruft noch ein netter Netzwerkkollege an. Ich nehme ihn virtuell (am Ohr) mit, wir sprechen über sein gewünschtes Telefontraining, dann über das Netzwerk (daraus ist der BNI Erfolgscall entstanden, den ich nun wöchentlich anbiete) und ganz am Ende fällt mir meine Hauptfrage ein, die jetzt jeder bekommt…(für den Aufbau meiner neuen weiteren Einkommensquelle), nämlich die Frage nach Fitnesstrainern und Sportbegeisterten, also aktiven Sportlern. Ihm fallen auf Anhieb drei Menschen ein. Er sagt, er kennt ganz viele Sportler, denn er macht selbst ganz viel Sport.

Wie war das noch mit „die Richtigen erreichen“? Es funktioniert auf Anhieb. Und es ging so weiter. Wo ich fragte, bekomme ich auf Anhieb diese Kontakte, und ich bitte meinen Gesprächspartner, vorzufühlen, 2 Fragen für mich zu stellen, damit macht er mir die Tür auf, durch die ich dann gehen darf. Es ist kurz und knackig. In meinem Netzwerk muss ich nicht lange um den heissen Brei herumreden. Ich kann direkt zum Punkt kommen, nicht wahr, Tim Taxis?

Dann ist Pause beim Thailänder gegenüber. K3, Mittagstisch. So lecker!

Alles kommt zusammen

Wie geht es weiter? Ein paar Tage darauf, ich bin inzwischen wieder zuhause, im Norden, in einem der nächsten Coaching Calls vom TIR Programm, bahnt sich ein breites Grinsen den Weg in mein Gesicht Platz (ich muss nochmal die Aufzeichnung sehen…) und ich beobachte, wie das puzzle sich wie von Zauberhand sich zu einem wunderbaren Gemälde formt, in dem Vieles abgebildet ist, was ich auf dem Weg zum Ziel brauche. Und wie ich es schnell erreiche. Die Geschichte mit der Fliege, neue Paradigmen, Das Unterwegssein. Bilder von Meer, Weite und Strand, von unberührter Natur, Sonnenuntergängen. Mit morgendlichem kurzen Weg zum Strand, wieder ein paar Lochsteine finden. Mit Ruhe, Weite und Inspiration. Abenden am Ofen mit Geschichten, ohne Fernsehen, mit guten Gesprächen. Mit Liebe und Wertschätzung. Mit Schreiben. Mit einem neuen MacBook. Connextions und Erfolgspaket power Call von überall. Dann wieder mal zurück, nachhause, Vertraute treffen, Familie feiern, den Garten geniessen, singen mit der Kantorei, die richtig groß geworden ist, mehr als genug sangeskräftige Männer dazu gewonnen hat.

Unterwegs sein…
Quality Calls…
und Zeit für mich… und viel mehr…

Die neue Möglichkeit zu TIEFENENTSPANNT zu GENIESSEN (ok, das war die Optimierung, eine Woche später…)

Die Geschichte mit der Fliege… you squared…


Ich versuche seit 3. Januar ! mit den zehn Calls pro Tag aus meinen Kontakten mein Team aufzubauen. Ich habe eine Plan, ich bin überzeugt. Und es funktioniert einfach nicht wirklich, wird immer schwerer, ich mache immer weiter bis Mitte April, ich fliege immer gegen das geschlossene Fenster.

Und nun? Nun habe ich die Tür gefunden, offen, direkt hinter mir. Ich finde die neue Idee oder findet sie mich? Im Coaching Call denke ich, da ist sie doch. Ich habe den nutzlosen Kampf aufgegeben.

Mich von dem Leistungsprinzip zu verabschieden, das war schon lange in meinem Kopf. Und zu wenig umgesetzt. Was kann ich heute tun, um es besser zu machen. Und PAUSEN. Zeit für mich. Nicht durchpowern, abrackern, mehr, mehr mehr und kein Ergebnis…

Neue Paradigmen


Ich habe ganz andere Gespräche, längere Gespräche, weniger Gespräche. Jedes Gespräch ein Treffer! Und dann ist da noch die Geschichte mit dem Verreisen, das Unterwegssein, was hinter denn Geld steht, was mich schon in den letzten Wochen immer wieder begleitet. Ich brauche das Unterwegssein. So genial! Ich bin ab sofort mehr unterwegs. Und durchaus auch dort arbeiten. In guter Kombination mit freier Zeit. Ohne Druck. Einfach nur gut. Ich bin so glücklich!

In Stuttgart wurde es mir deutlich.

Und auch dieses Bild, dieses Ziel, diese Vision, mehr Unterwegssein, funktioniert sofort. Noch in Stuttgart will ich den nächsten Trip planen und denke an Amrum. Für dieses Jahr hatten wir Amrum ausgeklammert (da steht unser „Familienhaus“, was meinem mittleren Bruder jetzt gehört, Sonne über Amrum) und wir überlegen, ob wir hinfahren können. Ist das Haus nicht nächste Woche frei? Ich bespreche es mit meinem Mann und rufe meinen Bruder an. Nein, sie fahren selbst wegen einer Reparatur und weil sie neue Möbel hinbringen wollen. Ich bin enttäuscht… Überlege sofort, wo es sonst hingehen kann. Ein neues Ziel, zum Beispiel Monzingen an der Nahe. Dort holen wir unseren Wein. Mein Schatz findet es zu weit. (600km). Mal abwarten…

Und ein paar Tage später, Donnerstag, 28. April ruft meine Schwägerin an und berichtet von einem großen Dilemma bezüglich Amrum.. ich bekomme zunächst eine Schreck… dann ist es gar kein solches Drama… sie sagt, der Handwerkertermin ist verschoben, die Möbel kommen später… Fazit, sie fahren nur am Wochenende, das Haus ist frei ab Sonntagabend… und wir hätten doch Interesse… Also gehts am 2. Mai abends mit der Fähre um 20h ab Dagebüll. Mit iMAC und allem was ich zum Arbeiten brauche. Zunächst geplant bis Donnerstag. Dann bleiben wir bis Samstag. Muss ich mehr sagen? Ich arbeite ab Montag dort, nachmittags gehts raus zum Strand…

Alles kommt zusammen.

Mehr Unterwegs sein… Amrum nein, Amrum JA. Mehr Unterwegs sein… arbeiten, geniessen, lieben, lachen.

Ich bin entspannt, gelassen und voller Freude, und ich bin so dankbar!

Fazit:

Geniessen, Pausen, Quality Calls und unterwegs sein. Das ist künftig unabdingbare Zutaten zu meinem Erfolgs- und Glücksrezept. So genial!

to be continued… Dänemark, zweimal! Amrum, nochmal. Boot. Stuttgart. Und auch neue Ziele. Bald gehts aufs Boot. Und im September (nun doch) nochmal nach Amrum. Alles ist möglich.

Treffen mit einer lieben Freundin in Stuttgart im Cafe Da.
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Ständig auf Empfang!?

Bild von Geralt auf Pixabay


Welche magische Anziehung IPhone, IMac und iPad ausüben – und wie wir ihr (nicht) folgen (müssen)…

Du kannst es?

Ich bin sicher, Du kannst es gut: Dir fällt es ganz leicht, das iphone einmal weglegen, auf Flugmodus stellen, den Rechner OFF lassen, das iPAD weit weg legen. Natürlich gilt dieser Artikel auch für PC Nutzer, wenn sie sich wiederfinden.

Oder kennst Du das auch? Du hast alle guten Vorsätze, Du lässt Dein Mobiltelefon mindestens für das Frühstück mit Deinem Partner im Arbeitszimmer. Er wünscht es sich. Und sagt ganz oft, er braucht kein Handy… Wäre da nicht die Tageszeitung, früher in Papierform, heute digital, wo man unbedingt mal reinschauen muss, zumindest muss sie heruntergeladen werden… nur um wieder neue C-Zahlen zu finden, Schreckensmeldungen, politische Fehltritte und miserable Wettervorhersagen… na ja, hin und wieder gibt es auch wirklich Wichtiges oder sogar mal eine erfreuliche Meldung.

Gute Nachrichten?

By the way, ich wünsche mir mal eine Tageszeitung, die nur positive Meldungen bringt. Im Internet gibt es das ja, z.B. die Seite GOODNEWS oder die APP, die ich gerade entdecke- Squirrel news (noch nicht getestet) oder nur-positive-Nachrichten.de. Ja, es gibt sie! Auch jetzt, auch heute. Klar, ich möchte auch informiert sein, aber 1x am Tag genügt mir – und am liebsten aus dem Radio, z.B. auf Deutschlandfunk.

Die Gewohnheit nimmt Platz

Zurück zu meinen Vorsätzen. Es scheint einfach nicht zu gelingen, handy-los zu frühstücken. Ich muss doch das Handy bereit liegen haben, falls mein Wunsch in der Klassiksendung erfüllt wird… dann will ich es aufnehmen, mit der APP Sprachmemo. Also hole ich das Telefon von oben, wirklich nur, um meinen Musikwunsch, wenn er denn kommt, aufzunehmen. Und als ich es dafür vorbereite, kommt gerade eine Meldung rein. Nur kurz mal eben lesen, dann weiter frühstücken. Was sagte mein Schatzi gerade? Ich habs verpasst, war abgelenkt… Oh, und da kommt gerade ein bekanntes Stück, wie heisst es noch? Da brauchen wir schnell mal Shazam, um den Tiel zu identifizieren. Und wenn man nicht aufpasst, ist man schnell im gewohnten Modus.

Aber Gewohnheiten lassen sich ändern…

Gehts auch ohne?

Ein Teil von mir beobachtet die Szene von Aussen. Schon spannend. Wir sind so daran gewöhnt, die Technik ständig zu nutzen, dass wir uns komisch „ohne“ vorkommen. Hier schnell etwas nachschauen über die Suchmaschine, da kurz mal etwas schreiben, geht ja schnell, schon kommt die nächste Nachricht rein. Und damit ist es ja nicht getan. Ich komme so laufend auf neue spannende Ideen (oft für die Anderen.. ) und das zieht dann so Einiges nach sich… Geht es auch mal ohne? frage ich mich in hellen Momenten. Es ist so wichtig, dieser digitale detox… Es ist wohl sinnvoll, Zeiten dafür festlegen. Überwiegend nutze ich das Mobilphone ja geschäftlich, abends aber chatte ich oft mit meiner Tochter oder einer der Freundinnen, oder ich muss nur mal schnell etwas nachschauen. Das ist dann MEINE Ausrede, wenn es bei meinem Schatzi die Zeitung oder etwas anderes ganz Wichtiges ist. Wie oft nehme ich es dann zur Hand, da ist ja eine Nachricht reingekommen… und nach kurzer Zeit nin ich ganz woanders, verloren in den Tiefen des WorlWideWeb und weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich gucken wollte, bin völlig woanders gelandet. Kennst Du das? Wie gehst Du damit um?

Das perfekte Geheimnis

Mir fällt auch der Film ein, wo alle ihre Handys auf den Tisch legen und jeder muss laut vorlesen, wenn eine Meldung reinkommt. „Das perfekte Geheimnis“ heißt er. Die website filmstarts.de sagt dazu „Die Protagonisten spielen ein Spiel: Jeder legt sein Handy in die Mitte des Tisches und ganz egal, wer nun welche Bilder oder Nachrichten geschickt bekommt, und seien sie noch so kurz – alles muss mit den anderen geteilt werden. Telefonate sind nur über den Lautsprecher erlaubt. Doch was als kurzweiliger Zeitvertreib beginnt, der ein bisschen Spannung in den Abend bringen soll, führt schon bald zu einigen peinlichen und angespannten Situationen voller Überraschungen. Und schon bald droht nicht nur die Stimmung zu kippen, auch die langjährigen Beziehungen stehen durch die Aufdeckung von brisanten Lügen und Geheimnissen auf dem Spiel…“ Sollte man mal machen, im Alltag?

Die Wirkung von digitalem Fasten

Wir waren einmal ein Wochenende auf Rügen, da war mein Handy meistens abgeschaltet, weggelegt, ganz bewusst. Da gab es plötzlich wieder volle Konzentration auf mein Gegenüber, meinen Mann, auf das Gespräch, ohne Ablenkung. Auch auf mich. Aber wie oft griff ich in die Tasche…leer…

Ich glaube, es war am 1. März 2019, als meine Tochter sagte, am Sonntag würde sie „digital fasten“ also keinen der Messenger benutzen, kein facebook, nichts dergleichen. Ich sage sofort, ich bin dabei. Und nicht nur das, ich entschied mich an diesem Tag auch gleich für eine zuckerfreie Phase (zumindest offensichtlicher Zucker, Schokolade, Kekse, Süßigkeiten wegzulassen), und dann dachte ich, dann kann ich auch gleich wieder mit dem Intervallfasten wieder anfangen. Krasse Auswirkungen, eine Entscheidung und gleich weitere direkt hinterher, ganz einfach! Wenn ich anfange auf eins zu verzichten, fällt das Andere ganz leicht. Grundsätzlich kann, konnte? ich schwer verzichten oder loslassen, aber auch dahinter steckt nur ein Glaubenssatz, den ich einfach abschalten kann. Dafür gibt es eine coole Methode!

Was ist also alles möglich, wenn ich mal OFFLINE bin. Die Gespräche bekommen eine andere Qualität. Es kommt mehr von innen als von außen. Sicher nehme ich meine Intuition besser wahr. Ich höre ganz auf mich. Ich kümmere mich um das, was wirklich wichtig ist. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen. Wie morgens, wenn ich den Rechner noch OFF lasse. Sobald ich ihn einschalte, fliegt die Zeit scheinbar nur so dahin. Wie schnell sind ein, zwei Stunden vergangen! Gefühlt habe ich mehr Zeit, wenn das Ding noch schläft…

Guter Rat – nicht teuer und sehr wirksam

Also merke: Überlege dir gut, ob Du das Telefon „automatisch“ in die Hand nimmst. Einer der bekannten Persönlichkeitstrainer sagt, erst einmal atmen, bevor ich zum Telefon greife. Ich glaube es ist Christian Bischoff.

Es gibt sogar ein „Handygefängnis“ eine kleine Drahtbox, die man abschließen kann… brauchen wir die? Ich habe mal vorsichtshalber eine bestellt. Benutzt haben wir sie noch nie. Ich habe sie jetzt wieder aus dem Keller geholt -;) Wie heißt der entscheidende Satz, neulich aufgeploppt von Innen, seitdem viel zitiert in meiner Coaching Gruppe:

Man muss es einfach nur wollen.

Und dann muss man es einfach nur tun.

Viel Erfolg dabei und gute Erkenntnisse!

Renate Witt-Frey, Dezember 2021

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Hören und Schreiben am 1. Advent

Innere Anbindung ist das Thema der Work Life Sense Gruppe auf XING In diesem November. Kürzlich wurde ich dazu eingeladen. Innere Anbindung ist IMMER ein wichtiges Thema. Immer. Und jetzt erst recht, in dieser sehr besonderen, für Viele herausfordernden C-Zeit. Fragen wir uns bei Allem auch nach dem Guten, was passiert.

Manche haben zu viel Arbeit, Andere wissen nicht, wie sie überleben sollen. Die meisten sind verunsichert. Was wird morgen sein? Viele suchen nach kreativen Ideen, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Manche finden sie. Auch das kommt oft von Innen. Und auch: Das Innen wird vom Außen angeregt.. und dann darf es aktiv werden. So ist es bei mir, wie Du an diesem Text siehst. Ich liebe die Sendungen am Sonntagmorgen, die genau dies auslösen. Wenn ich dann auf noch geöffnete Dokumente aus meinem intensiven Netzwerken schaue, auf meinem Bildschirm, sind die mir plötzlich fremd und passen so gar nicht…ich schließe sie.

„Alles beginnt mit der Sehnsucht“ schreibt Nelly Sachs in einem wunderschönen Gedicht. Gerade wird es im Radio zitiert. Sehnsucht nach Tiefe, Sehnsucht nach Liebe, Sehnsucht, dazuzugehören. Die ist einfach da. Und die Anbindung nach innen auch. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Wie bekomme ich die Anbindung hin? Mit stillen Momenten, mit Musik. Bei mir ist das zum Beispiel Johann Sebastian Bach oder auch Reinhard Mey. Seit kurzem teste ich einen Streaming Dienst und finde dort Bekanntes wieder.

„Loslassen“ und „neue Wege“ sind weitere Stichworte aus der Sendung „Feiertag“ auf Deutschlandradio Kultur, die ich gerade im Ohr habe… ich nehme einzelne Worte auf und schreibe gleichzeitig.

Danach werde ich zur Musik wechseln, „Keine ruhige Minute“ hören und dabei wieder an meinen Sohn denken. Die Musik katapultiert mich direkt in eine ganz enge Verbindung zu meinem Herzen. Ich denke an meinen kleinen Enkel, der jetzt schon ein halbes Jahr ist und den ich bisher nur einmal sehen durfte, da meinem Sohn -wahrscheinlich- mein Überschwang und meine Liebe zu viel ist…mein Abschweifen, meine 100.000 Ideen. Auch hier heißt es für mich, im Kontakt mit ihm die Verbindung zu meinem Inneren halten…zur Ruhe kommen, Achtsamkeit ausstrahlen. Ganz da sein. Und jetzt, wenn ich daran denke, auch die Traurigkeit zulassen. Ich spüre das Geschenk eines kleinen Wesens, zweimal ja selbst erlebt mit Sohn und Tochter. Ich denke an das große Glück, das so großes Geschenk eine Kindes, in der Verbindung und Liebe mit meiner Tochter kommt das voll zum Blühen. Und ich spüre gleichzeitig die Traurigkeit des körperlichen Abstand-halten-Müssens. Nicht wegen C…

Bezüglich meines Sohnes kam die Traurigkeit dann vollends hoch, als ich den „Bach Kanal“ mit Chorälen einstellte… diese großartige Musik, Vieles selbst gesungen in der Kantorei (die auch leider gerade pausiert…). Musik, die direkt in Herz und Seele führt, zum Wesentlichen in mir.

Und wieder höre ich auf die Worte in meinen Ohren… „Seien Sie Kraftquelle für Andere“… gerade jetzt, in dieser Zeit, in diesem Advent. Für die, die es bitter nötig haben. Ich denke an den Witwer aus unserer Kantorei. Wir laden ihn oft zu einem kleinen Gespräch ein, trinken einen Kaffee zusammen. Es tut ihm gut und uns auch. Hier können wir ganz leicht etwas verschenken. Etwas Zeit. Unsere Ohren…;-) Und auch das geht nur mit der Kraft von innen, wenn ich mich ab und zu besinne, wenn ich mir auch Zeit für mich nehme…wie jetzt, beim Schreiben… da komme ich von Außen nach Innen. Oder wenn es, wie die Sprecherin gerade sagt, nur eine Minute der Achtsamkeit ist, ein Augen-Blick in den Himmel, in die Augen meines Liebsten.

„Digital unterwegs zu sein bringt manche Entdeckung, Überraschung“ höre ich. Auch der Sonntagsgottesdienst im Radio. BLOGS zum Thema Achtsamkeit. Glück, Liebe. Vielleicht kennst Du einen und postest den im Kommentar für Alle.

Vielleicht magst Du ja hier als Kommentar auch etwas Persönliches teilen, vielleicht kennst du die Wirkung bestimmter Musik. Es ist ja bei Jedem etwas Anderes…

Nimm Dir aus diesem Menü und den kleinen Inspirationen, was Dir heute gut tut. Für einen schönen Advent. Trotz allem. Gerade jetzt. Mit Liebe, Humor und Vertrauen, dass alles wieder gut wird. Bald. Dass wir uns wieder die Hand reichen können, in die Arme nehmen dürfen und wirkliche körperliche Nähe spüren…Alles Liebe für Dich!

PS…

Und dann war da noch dies: In meiner zweiten Sonntagmorgenlieblingssendung Glaubenssachen (auf NDR Kultur, heute mit dem Titel „Süßer die Glocken nie klingen“ ) lautet da doch der erste Satz: „Es kommt nicht so häufig vor, dass man beim Schreiben von dem ‚umhüllt‘ wird, gewissermaßen, mit dem man sich gerade beschäftigt…“ ist das nicht interessant? So ein Zu-fall.

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Socially close

Social distancing ist das Unwort schlechthin neben Corona und Covid 19. Danke an Corinna Maag für den Impuls. Wenn man aus dem „t“ in distancing ein „d“ macht, wird daraus dancing… Dis-dancing zwar, nicht so ganz harmonisch, aber dancing immerhin. Wir tanzen eine Art Tanz, im Moment auf Entfernung, kreisen in anderthalb bis zwei Meter umeinander herum wie die Erde um die Sonne.

Persönliche Begegnung auf neuen Wegen

Wo ist distance? Ok, körperlich ja. Und ich beobachte und spüre eher, dass Menschen zusammenrücken, bildlich gesprochen oder virtuell, digital eben. Was für ein Segen, dass das über Telefon, ZOOM Call, skype und ähnliche Technik möglich ist! Die neuen Medien (zugegeben, Telefon gibt es seit 1876, und ich freue mich besonders, dass es jetzt wieder voll zum Einsatz kommt!!). Wir kommen wieder mehr ins Gespräch, auch auf Spaziergängen, mit dem gebührenden Abstand natürlich. Mit und auch ohne Hund;-) Man begegnet sich, grüsst, es wird meistens zurückgegrüsst. Ein kurzer Austausch, wie geht es, ein „Bleiben Sie gesund“ und schon leuchtet die Sonne etwas heller. Zugegeben, hier auf dem Dorf, in Kummerfeld, grenzend an Pinneberg, da ist ein „Hallo“ sowieso üblich, wenn man sich zufällig unterwegs trifft. In dieser Zeit grüße ich ganz bewusst. Mit einem extra aufmunternden Lächeln.

Unterwegs auf dem Rad

Heute zum Beispiel, als ich auf dem Fahrrad unterwegs war. Und ich habe Viele getroffen. Fußgänger mit und ohne Hund, Paare, Radfahrer. Jedes Lächeln, jedes freundliche Wort verschönt den Tag, lässt uns hoffen und bringt Zuversicht in diese nicht ganz einfache Zeit. Möglich ist es überall! Probieren Sie es doch gleich heute mal aus.

Das gemeinsame Thema verbindet

Uns alle verbindet in diesen Tages. doch EIN Thema. Etwas wenig Greifbares, auf eine Art Unfassbares. Es stellt unsere Welt für den Moment auf den Kopf. Und wir wissen nicht, wie lange noch. Mit diesem Thema verbindet die Sorge Aller. Fast Aller. (ja, ich treffe auch Menschen, die gar keine Angst haben. Sagen sie jeden. Beneidenswert!. Die Meisten aber verbindet ihre Sorge vor eigener Ansteckung, besonders die, die sowieso schon angeschlagen sind oder eine Vorerkrankung haben. Dann die Sorge um unsere Lieben, unsere Freunde, andere Menschen um uns herum. Nachbarn. Und auch Furcht, dass das tägliche Brot nicht zur Verfügung stehen können, der Lebensunterhalt unsicher ist, bis hin zur existentiellen Angst. Die Arbeit steht auf dem Spiel, die ganze Wirtschaft. Wir wissen noch nicht, worauf das Alles hinausläuft. Nur, dass da mächtig Dinge ins Wanken geraten sind, die uns bis dato stabil erschienen.

Business

Manch einer ist schier verzweifelt, weil sein Geschäft gar nicht läuft. Auf Anordnung mussten Viele ihren Laden schliessen. Alle kleinen Läden, ausser denen für die Versorgung mit Lebensmitteln und den notwendigen Dingen des täglichen Lebens, haben zu. Herausgefordert sind insbesondere Reisebüros und auch die großen Reiseveranstalter. Unsere Lieblingsinsel Amrum ist abgeriegelt. Die Insulaner leben von den Touristen, die sich nun langsam, kurz vor Ostern, auf ihren Aufenthalt gefreut hatten. Die Eventbranche hängt durch. Alle, die damit zusammenhängen, Caterer, Eventtechnik, all die Künstler, Bands, Orchester.

Wo Neuorientierung möglich ist

Andere werden kreativ und orientieren sich online. Vieles ist möglich, aber eben nicht alles. Kurse, Seminare, sogar Musik und Tanzunterricht werden plötzlich online abgehalten. Und Viele helfen, was die Technik betrifft. Geben kostenfreie Webinare und erklären, wie man zum Beispiel Online Übertragungsmöglichkeiten nutzt. Eine ganze Reihe von Menschen halten für uns an ihrem Arbeitsplatz durch. Bis an ihre Grenzen. Die Verkäufer in den Supermärkten. Alle, die im Gesundheitswesen arbeiten, Pfleger, Schwestern, Ärzte. Sie sind ganz besonders gefordert und arbeiten bis an der Rand der Erschöpfung. LKW Fahrer für die Versorgung. Und Viele mehr. Sagen wir Ihnen ganz persönlich Danke.

Positive Auswirkungen auf unsere Umwelt

Die Umwelt erholt sich derweil. In China ist die Luft plötzlich klar. Weniger Autos, weil die Menschen im Home office arbeiten, kaum jemand fliegt, besucht Kunden. Das ist das Gute! Vielleicht Absicht vom lieben Gott? Das wir mal aufwachen?

Hilfe von vielen Seiten

Dazu gibt es die vielen Hilfsangebote. Jugendliche, die für Ältere einkaufen zum Beispiel. Webinare, Online Gruppen zur Information und Unterstützung. Mental und praktisch. Sich gegenseitig tragen. Auch auf die Entfernung. Glücklich, wer eine Familie hat oder einen Partner, eine Partnerin, mit dem man zusammenlebt. Dann sind sogar Berührungen möglich. Mit Freunden, erwachsenen Kindern und Enkeln muss man Abstand halten. Wir begegnen uns digital. Heute zum Beispiel per zoom bei einem nachgeholten Geburtstagsfrühstück mit meinem Sohn.

Social Aufmunterung

Dazu gibt es viele kleine, aufmunternde posts, Bilder, auch mal lustige Dinge. Per whats app zum Beispiel. Beim Video über einen völlig vermummten Friseur, der in 2 m Abstand vom Kunden arbeitet. Klopapier als Wertgegenstand im Auto. Und Vieles mehr. Manches berührt, Anderes bringt uns zum Lachen. Der Abstand zu Geschmacklosigkeit ist oft minimal. Da heisst es achtsam sein, Niemanden zu verletzen. Aber wir brauchen auch etwas zum Lachen.

Gemeinsam, auch auf Entfernung

Und dann: Menschen, die zusammen singen, von Balkonen. Orchester, die über Deutschland verteilt musizieren, ein gemeinsames Werk. Soviel Kreativität, die aufgrund der Abstandsregel entsteht, was dann wiederum zusammenführt, in einem Lied, in einem Gesang, einer Sinfonie. In ihrem gemeinsamen Thema. Wie heisst es in dem alten Sprichwort

Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.

Volksgut

Ein Zahlenbeispiel

So wahr. Viele haben beides, Freud und Leid, ja, auch Freude, wenn sie es sich klarmachen. In unserem Kreis (Pinneberg) mit 310.000 Einwohnern ist die Zahl der infizierten 178, d.h. 0,003% der Bevölkerung.

Was tun?

Wenn wir den Abstand eine Weile aushalten, kommen wir schneller durch diese herausfordernde Zeit. Dann sind Umarmungen mit Freunden, Chorproben, Fitness Studio, Konzerte, Restaurantbesuche mit Freunden wieder möglich. Im Moment lasst uns das Neue, das Gute wahrnehmen, wertschätzen und das Beste draus machen.

Helfen, wo wir helfen können.

Denen, die grade das Leid trifft, die wegen der Ansteckungsgefahr ihre älteren Angehörigen zum Beispiel im Seniorenheim nicht besuchen dürfen. Die Menschen verlieren. Seien wir für sie da. Gestern gab es auf Deutschlandfunk wieder eine meiner Lieblingssendungen, Lebenszeit.

Füreinander da sein. Wie wir uns jetzt gegenseitig helfen.

Lebenszeit auf Deutschlandfunk, 27.03.2020

Auf dieser Seite zum nachzuhören zu finden. In der Sendung kam eine ältere Dame zu Wort, die allein lebt. Sie bekommt manchmal von den Nachbarn etwas vor die Tür gestellt, eine Flasche Wein, einen Strauß Blumen. Abends hab ich eine E-Mail geschrieben. Dass ich gern anbiete, mit ihr und anderen Einsamen zu telefonieren. Abends und am Wochenende. Zunächst kam eine automatische Antwort;-) Mal schauen, was noch kommt.

Ja. Da sein für Andere. Das ist das, was wir jetzt ganz besonders tun können. Da entwickelt sich vielleicht eine neue Kultur. Und bei allem: Das Leben weiter lieben.

Zum Schluß noch ein Zitat:

Oft muss man stark sein, wenn man
etwas verändern möchte. Aber noch stärker
muss man sein, wenn man akzeptieren muss,

wie es ist, oder warten muss, bis es vorüber ist.

Zeitblueten
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Umgang mit Corona Angst, Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wie schaffen wir den Zusammenhalt?

Die Krise fordert uns extrem heraus. Wie können uns nicht wie gewohnt frei bewegen, uns treffen, wirklich in die Augen schauen, nahe sein. In den Arm nehmen. Wir müssen auf einen Video Call oder das Telefon zurückgreifen. Viele finden das nicht gleichwertig, brauchen das Gegenüber direkt, live vor sich. Streben danach, was „normal“ war. Ich dachte, es geht ohne die persönliche Begegnung und ich finde auch, dass Vieles möglich ist. Weiter Entfernte quasi im VideoCall nahe sein. Viele hätte ich ohne die Krise nie kennengelernt. Wir sollten das nutzen, was geht, anstatt sich ständig zu beklagen und etwas anderes zu wollen, was jetzt nicht gerade erlaubt oder förderlich ist. Rücksicht auf Alle. Dennoch habe ich selbst erlebt, dass eine persönliche Begegnung, ein Treffen „in echt“ die Verbindung anders stärkt, verändert.

Dazu komme die Herausforderung, mit der eigenen Angst und Unsicherheit, mit eigenen Fragen umzugehen und mit denen der Anderen und deren Gedanken, Sorgen, dazu noch mit Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern.

Die unterschiedlichen Sichtweisen

Ich erlebe, wie unterschiedlich die Menschen in meiner Umgebung, Familie, Freunde, Geschäftskollegen mit der Situation umgehen. Was mir hilft, ist, das Thema Corona auszublenden. Aber es holt mich, uns, auch immer wieder ein, sei es in den Nachrichten im Fernsehen oder Radio, in der Zeitung, im Gespräch. Immer wieder gibt es neue Fragen und wiederholte Fragen, wie geht es weiter, wann wird es endlich wieder normal, wann kann man sich treffen, ohne Maske, zusammen feiern, mindestens zusammen sein, auch in größeren Gruppen. Wird es je wieder „normal“, wie früher?

Was hilft?

Was hilft zur Verständigung, wie verhindern wir die Spaltung der Gesellschaft? Jeder sieht, wie immer, auch diese Krise auf seinem eigenen Erfahrungshintergrund. Es gibt ängstliche und weniger furchtsame und dann noch die Hartgesottenen. Wie immer, wenn es Konflikte und unterschiedliche Meinungen gibt, hilft wirkliches Zuhören, Nachfragen.

Du meinst, es ist GEN Technik im Spiel, wir werden manipuliert? Für Dich ist die Impfung also die beste Lösung? Du bist sicher, dass uns von der Politik reiner Wein eingeschenkt wird? Ungeimpfte hältst Du für rücksichtslos, nicht verantwortungsbewusst?

Es gibt zwei Hauptströmungen – und dahinter so viele Varianten, wie es Menschen gibt. Was zum Verständnis beiträgt ist, ins Gespräch zu kommen, versuchen wieder zu spiegeln, was ich verstanden habe, genau hin zu hören, zumindest versuchen, die Meinung des Anderen zu verstehen. Ich muss die Meinung nicht teilen, aber wenn ich sie verstehe, ist Vieles gewonnen. Woher kommt diese oder jene knallharte Ansicht. Und auch meine Gefühle, Ängste, Sorgen äussern, ganz persönlich – da ist schon viel gewonnen. Ich verstehe es dann besser, als wenn ich mich auf die Politik und den Main Stream verlasse. Und auch: Hintergrundinformationen zu Tests, zur Impfung, zum Virus sammeln.

Plötzlich kommt Corona nahe

Vielleicht hilft es auch, dem Thema eine verabredete Zeit zu gönnen und sich dann wieder anderen Dingen zuzuwenden.

Das geht ganz gut für mich, solange Corona nicht näher kommt, wie bei uns Ende 2020, als unser Freund anrief, er habe Corona. Es war an einem Sonntag nachmittag, wir sassen gemütlich beim Kaffee. Mit ihm war mein Mann 3 Tage vorher zu einer Abendandacht in der nahegelegenen Kirche…Mit wurde ganz anders, nur nicht besser…Mein Mann liess sich einige Tage später testen, um Klarheit zu bekommen. Am Ende: Alles gut gegangen für uns. Und unseren Freund hat es auch nicht so stark getroffen, dennoch hatte er länger mit den Nachwirkungen zu tun.

Und dann ausgerechnet Silvester, vor gut einer Woche. Meine Tochter rief an, gerade mal vor einer guten Stunde bei einer ihrer besten Freundinnen ganz in der Nähe angekommen, um gemeinsam den Jahreswechsel zu feiern. Mir war gleich klar, jetzt ruft sie an? Da stimmt etwas nicht. Und so was es auch. Ihre Freundin hatte zwei positive Testergebnisse. Da war guter Rat teuer. Die Gedanken und Phantasien stürmen auf mich ein, ich war aufgescheucht, wir waren in Aufregung, wie geht es jetzt weiter, muss sie 2 Wochen bei ihrer Freundin in Quarantäne bleiben, dürfen wir uns sehen?

Die vorläufige Entspannung trat – welch ein Glück, wie war ich dankbar! – schnell ein, denn die weiteren Tests waren negativ. Am nächsten Tag (Neujahr, was für ein Start..)dann doch noch ein PCR Test (nach 3 Stunden Wartezeit doch noch gemacht),das Ergebnis kam am 2. Januar morgens… negativ. Wir hatten glücklicherweise alle Drei 3 Tage vorher die booster Impfung erhalten, doch der Schutz war ja noch nicht voll wirksam.

Freunde und Familie

Meine ganze Familie und die meines Mannes ist fürs Impfen. Eine ganze Reihe meiner sehr guten FreundInnen ist dagegen. Ich finde es anspruchsvoll, sich bei den vielen verschiedenen Informationen eine Meinung zu bilden . Manchmal beneide ich die, die 100% überzeugt sind. Für sie gibt es keine zwei Meinungen. Und dann haben wir da ja noch die Verschwörungstheoretiker. Dazu gehören ja durchaus auch Ärzte und Wissenschaftler. Sie sind klar in der Minderheit und wirbeln dennoch viel Wind auf.

Meine Tochter hat andererseits einige Freunde, die im Pflegebereich arbeiten, im Krankenhaus. Direkt involviert. Ständig das Leiden vor Augen. Wer möchte mit denen tauschen? Sie sagt, alle die zweifeln, sollen mal mit denen reden. Ich finde, das ist eine sehr sehr gute Idee. Denn die dürfen ausbaden, was sich manche eventuell zu leicht machen, die noch auf der Intensivstation sagen, sie finden es richtig, sich nicht impfen zu lassen.

Eine Restunsicherheit bleibt auch bei mir, vielleicht auch meinem Harmoniebedürfnis geschuldet. Dem Verbindungsstreben. Eine Freundschaft möchte ich nicht aufgrund dieser Pandemie aufgeben. So bin ich persönlich immer wieder hin- und hergeworfen.

Mein Appell, redet miteinander, versucht zu verstehen, warum denkt der Andere genau so? Und sucht nach Gemeinsamkeiten, schaut weniger auf das Trennende.

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Am Ende zufrieden und erfüllt

Die entspannte Nutzung der Zeit zwischen den Tagen

Eigentlich sollte es „die optimale Nutzung…“ heissen, aber die optimale Nutzung gibt es nicht. Oder „die entspannte Nutzung“ das ist ja eigentlich die optimale.

Es ist der 10. Januar 2022. Das neue Jahr ist 10 Tage jung und langsam, nach und nach, hält der (Arbeits)alltag Einzug. Was rette ich herüber aus den Tagen mit mehr Zeit? Wie habe ich es geschafft, diese geniale Mischung zu erreichen? Wie habe ich es geschafft, JA zu sagen zu mir und zu meinem Sein in diesen Tagen? Vielleicht ist 2021 etwas mehr Weisheit eingekehrt? So dass ich jetzt sehr zufrieden, glücklich und dankbar bin mit dem, was ich in der Zeit getan und auch gelassen habe…

Ich bin sehr dankbar, weil ich nicht versucht habe, alles nachzuholen, was ich im vergangenen Jahr wollte und nicht geschafft habe. Ich bin sehr dankbar, dass ich genau die richtigen Dinge ausgesucht habe. Immer wieder habe ich geschaut, was mich jetzt gerade glücklich macht, was mich erfüllt, woran ich Spaß habe.

Rituale

Ich habe morgens geschrieben, meistens. Mal etwas NICHT mitgemacht. Etwas ABGESAGT;-) (siehe gleichnamige Geschichte) Statt dessen Muße, tatsächlich lesen. Telefonate mit Freundinnen. Auf sehr liebevolle Nachrichten geantwortet, Feedback zu meinem Schreiben, zu meinem kurzen Weihnachtsgedicht oder zu den neuen Texten, die wie eine neu eröffnete Quelle gerade nur so sprudeln. Wie sagte Paolo Coelho:

Schreiben bringt uns GOTT näher.

Paolo Coelho

Und Schreiben bringt mich mir näher. Genauso ist es.

Chancen und Möglichkeiten


Ich habe mir immer wieder gesagt, Nichts muss, Alles darf. Das Wichtigste: Zeit für mich. Und Zeit für Austausch und Zusammensein mit meinem Liebsten, meinem Mann und Schatz, meiner Tochter, die tatsächlich fast vier Wochen hier war.

In einem Gespräch mit meinem Mann entstand der Plan, wie ich mit den 10 Anrufen pro Tag im neuen Jahr vorangehen werde, ich nutze einfach meine Filemaker Kontakte. Das sind 1400. Selbst wenn einige wegfallen, bleibt reichlich Potential.

Was war noch?

Ich habe mir vor allem ZEIT gelassen mit Allem, Zeit genommen, einfach mal am Frühstückstisch sitzen zu bleiben, eine Tierkarte zu ziehen, die Ministertexte von Stefanie Stahl mit meiner Tochter studiert, meistens abends später, ab 22/ 23h, wenn sie wieder „zuhause“ angekommen war, habe sogar meinen Mann dazu bekommen, dass er den Persönlichkeitstest macht und dabei in der Auswertung Erstaunliches entdeck! Ich darf ihn nochmal neu wahrnehmen. (Oder hat er beim Beantworten der Fragen etwa geschummelt? Ich geh mal nicht davon aus). Ich habe hier und da geräumt und geputzt – alles in Maßen. Es ist ja im Haushalt immer etwas zu tun, abwaschen, Geschirrspüler ausräumen (dabei konnte ich wunderbar Musik oder podcast hören!)

Ich habe jeder Tag etwas NEUES entdeckt.

Meine Zielgeschichte, mein Plan für 2022 war immer sehr präsent und ist es weiterhin, ich hab ihn mindestens einmal täglich gelesen. Meine volle Energie kam vor allem, wenn ich mich darüber ausgetauscht habe, mit Jens V., mit den Mitmachern im Stammtisch, mit Sanja.

Klärungen und Erkenntnisse

Ich hab die Finanzen geklärt. Dabei ist mir aufgefallen, dass einiges an „wenn-dann“ da ist, was ich schnell und endgültig verabschiedet habe. Ich interpretierte bisher Ereignisse als Folgen meiner Handlungen oder dessen, was ich sage. Muss ich mir wirklich soviel Macht zuschreiben? Es kann alles ganz anders sein. Und es liegt in Jedem selbst, wie er reagiert. JEDER hat es in der Hand.

Dann war zum Beispiel diese Booster-Impfung, spontan am 28.12. wir alle Drei. Die Nacht darauf war sehr unruhig. Bei uns Allen. Das sind dann diese Dinge, die von Außen kommen, die mich herausfordern. Ich erreiche meine Tochter nicht, sie ist in Hamburg. Gehts ihr gut? Am Ende ja, und ich habe mir unnütz Gedanken gemacht. Dann mein Mann, dem schwindlig ist und der plötzlich heftige Kopfschmerzen hat… Es schlägt mir auf die Verdauung, das war schon früher so. Und: ich schaffe es, den Abend später, allein mit meiner Tochter, zu geniessen. Am nächsten Tag ist alles besser.

Ich hab mich also immer mal abgegrenzt von den Dingen und Menschen, die von Aussen an mir zerrten. Mit denen ich mich manchmal zu viel beschäftigt habe. Wenn ich es merkte, hab ich direkt gegengesteuert. zB am 29.12. eine Tierkarte gezogen, Die Katze, mit dem Thema Selbstbestimmung, die mir sagt, ich darf mich wohlig ausstrecken und mich um mich kümmern, wie ich es sonst für Andere tu, ich darf mir zuhören, es mir in meinem Leben gemütlich und bequem machen…Wie passend!

Und ich habe den Text zum Thema Verteidigungshaltung herausgesucht. Wunderbar. Anders mit dem umgehen, was mich bisher traf und in Verteidigung brachte…

Für die Zukunft

Um das Ganze zu optimieren weiss ich jetzt schon, ich plane 2022 die Zeit anhand dieser Geschichte, dieses Berichts.

Ich hätte natürlich Vieles mehr tun können fürs Business. Aber eher habe ich mir Zeit zum Schreiben gegönnt, zum zusammensitzen, reden. Und das war ganz genau richtig.

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Geschützt: Der ultimative Moment

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Abgesagt.

Einfach mal NEIN sagen

Einfach mal nicht dabei sein.

Was für ein geniales Gefühl! Ich habe es getan. Abgesagt. Heute mal nicht dabei sein. Für mich sein. Abgesagt, weil ich nicht so weitermachen will, ein Termin jagt den nächsten, kaum Zeit um aufs Klo zu gehen, mal durchzuatmen, ein paar Schritte vor die Tür zu wagen oder vielleicht sogar eine kleine Runde um den Block zu gehen. Nicht einfach das Essen (inkl. Vorbereitung) im Schweinsgalopp zu mir nehmen, mit meinem Schatz, „kurz mal eben“ (=Familiensatz!) zwischendurch, eingequetscht zwischen zwei ZOOM Calls, kaum Zeit, um in Ruhe zu kauen. Kaum Genuss, kaum Zeit für ein Wort, Entspannung, Luft holen. Gedanken teilen, in Ruhe zuhören. Nein, ich will es so nicht mehr. Eher in weihnachtlicher Ruhe, entspannt, mit Liebe. Und zwar nicht nur Weihnachten oder zwischen den Feiertagen, sondern immer.

Der Weg

Dabei hatte ich lange überlegt. Hin und her, her und hin. Wo doch das erste Zoom-Treffen heute so wunderbar war. Wozu ich eigentlich keine Lust gehabt hatte. Und dann…war es so GUT! und fast wäre es passiert und ich hätte innerlich JA zu dem zweiten Call gesagt. Es könnte ja noch besser werden! Aber ich hab mich gerad noch gestoppt. Besser konnte es gar nicht werden.

Ruhemodus

Ja, zwei Tage nach Weihnachten bin ich tatsächlich – endlich- im Ruhemodus angekommen… Morgens früh schreibe ich. Ok, das ist mehr als Hobby. Das gehört zu meinem Coachingprogramm, auch zur Arbeit. Aber am Ende, am Ziel steht das Mehr-Leben. Was schon da ist! Wenn ich wach bin, stehe ich auf, wenn ich gut bin. Meine wertvollste Zeit. Alles schläft, eine wacht 😉 Und dann, meist um zehn, sind meine Beiden wach und es gibt Frühstück. Ausgiebig, jedenfalls wenn meine Tochter frei hat, die gerade bei uns weilt. Und sonst eben zu Zweit. Zeit nehmen. Nicht erst im Neuen Jahr, auch jetzt schon. Aufmerksamkeit schenken. Ganz da sein. Wieder neugierig sein auf meinen Mann, nachdem ich festgestellt habe, er ist ein Krisenminister (s. Stefanie Stahl) Ich bin ja noch nicht sicher, ob er alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet hat… demnach steckt in ihm Vieles, was ich auch habe! Am Ende gibt es sogar eine Gebrauchsanleitung! Wie wünsche ich mir, das er mit mir (als Ideenminister) umgeht. Und umgekehrt. Mehr Übereinstimmung als gedacht! Spannend. Meine Neugier ist wieder erweckt.

Jedenfalls, es drängt mich diese Tage nicht wie sonst vom Frühstückstisch an den Schreibtisch. Auch wenn ich heute unbedingt -EIGENTLICH- drei Dinge erledigen wollte. Vor dem Meeting. Aber dann war da ja noch die Impfung, den Termin hatten wir gestern erst bekommen. Und danach mussten wir erstmal Kaffee trinken.

Die Gedanken, die Entscheidung

Zurück zu meinen Gedankenschleifen…Das erste Meeting ist SO GUT! Das zweite könnte doch noch besser sein. Es könnte aber auch gegen das erste abfallen. Ich säße unruhig, würde auf dem Stuhl hin und her rutschen und warten, dass ich den Computer runterfahren kann. ich habe das oft genug erlebt, wenn die Calls morgens um 6:30 beginnen und abends um 19h immer noch nicht beendet sind… ich würde nur darauf warten, das ZOOM Programm endlich gegen meine Schreib-Freude austauschen. Es juckt mir in den Fingern, brennt mir unter den Nägeln, diese sensationelle Erfahrung aufzuschreiben. Wenn ich nicht absage, dringe ich am Ende wieder nicht zum Wesentlichen vor…es wäre spät, ich würde denken, zu spät, möchte ich doch auch noch eine Weile mit meinem Mann zusammensitzen, wenn sein Krimi beendet ist.

Das genial Gefühl

So wie ich es jetzt entschieden habe, ist es wunderbar. Ich hätte nicht gedacht, dass sich loslassen so gut anfühlen kann! Dabei habe ich den Glaubenssatz, dass ich überall dabei sein muss, weil ich sonst etwas verpassen könnte, noch gar nicht abgeschaltet. Vielleicht hat er sich von selbst abgeschafft, um mir den Raum zu geben! Mein inneres Ich ist weise.

Es ist die Zeit „zwischen den Jahren“, das neue Jahr ist noch ein paar Tage entfernt, das alte währt noch… der Plan, nächstes Jahr nicht IMMER und ÜBERALL dabei sein zu müssen, gilt ja noch gar nicht- ich hätte noch Zeit, das Überall dabei sein auszukosten, auszuleben. weiterzumachen… aber üben kann ich doch schon mal. Ich kann nur sagen: Gigantisch. Schon während ich darüber nachdenke, greift dieses Gefühl in mir um sich, die Aussicht, eine Zeit für mich zu sein, zu schreiben… einfach bei mir, nachzuspüren, nicht schon wieder neue Gedanken, neue Gefühle, neue Impulse.

Es ist doch alles da!

Ich weiss, was ich zu tun habe, wo es lang geht. Der zweite Call kann den ersten heute gar nicht mehr toppen. Am Ende ist es gar nicht so schwer, darauf zu verzichten, denn ich genieße die Resonanz der 3. Runde zum Thema Erfolg in mir, den Nachklang, denn ich konnte über die Zahlen aus meiner Ziel-Geschichte sprechen. Die Energie kam sowas von in Gange. Eine Freundin schrieb später „Du hast Dich gefreut wie ein kleines Kind“. Ja, diese kindliche Freude, dieser Übermut, der fühlt sich SO GUT an. Ich hatte ganz heisse Wangen. Zuerst dachte ich, vielleicht liegt es an der Booster Impfung, aber ich glaube, es kam doch eher von meiner unbändigen Vorfreude für mein Ziel zu starten und diese Ideen zu teilen.

Nebenbei bemerkt

Übrigens, spätestens ab dem 2. Juni 2022 wird das die Regel sein, IMMER ALLES in Ruhe. Und bis dahin wird es immer mehr in meinem Leben Platz nehmen: Zeit für das Wesentliche, für mich. für meinen Mann, für Freunde. Und zwischendurch auch arbeiten, meiner Berufung folgen, ohne Druck, weil alles läuft, vor allem das Geld. Weil ich meinen Plan perfekt umgesetzt habe und weil er aufgegangen ist. Einhundertprozent. Mein Team wächst, blüht und gedeiht. Ich verdiene durch mein Team und gemeinsam mit meinem Team. Wir sind alle so glücklich und dankbar. Und ich verkaufe dazu jeder Woche ein oder zwei Trainings, das Erfolgspakete Powercall Premium.

Was für ein sensationelles, geniales Leben in Fülle. Ich bin so dankbar!

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Wie wundersam wandeln sich Worte

Worte ziehen ein

Worte treffen mein Herz, meine Seele, als ich sie morgens höre. Da ist zum Beispiel im WORT ZUM TAGE, Sonntags um 6:55 auf Deutschlandfunk Kultur. Oder die Sendung FEIERTAG um 7:05, gleich danach, dazwischen die Nachrichten, die für mich an der Stelle nicht wirklich passen wollen, es sei denn, so wie gestern, als der Papst zitiert wurde…Wir sollen aufhören zu jammern, sagte er, und uns von der Gier verabschieden… Ansonsten geht es ja vor allem immer wieder um die Zahlen…Zahlen der Pandemie…ich mag es nicht mehr hören.

Inspiration FEIERTAG

Andächtig lausche ich dann den Worten von Pfarrer Reinhold Truß-Trautwein, dem Rundfunkbeauftragten der evangelischen Kirche. Sein Text ist für mich wie eine weitere Bescherung heute, am 2. Weihnachtsfeiertag 2021. Ich notiere Zitate und Namen derer, die er zitiert. Einige Sätze erscheinen mir wie eine Offenbarung. Oft möchte ich dann die Sendung, die Worte, mit meinem Mann teilen. Und meistens kommen wir nicht dazu, was heisst, wie nehmen uns dafür nicht die Zeit, wir haben Anderes, Besseres zu tun? Was ist denn besser? Es ist ja Sonntag. Wir haben doch Zeit. Zeit fürs Wesentliche. Was ist Wesentlich? Alles so Fragen, die entstehen, auf die es wohl keine eindeutige Antwort gibt. Ja, der Gottesdienst, der hat einen festen Platz, den er ganz selbstverständlich einnimmt. Er gehört einfach zum Sonntag dazu, manchmal auf Deutschlandfunk, manchmal auf NDR Info. Eigentlich könnten wir auch mal Bayern oder MDR oder SWR hören. Aber auch das ist eingespielt. Die beiden Sender sind zwei unserer „Standard-Sender“ und fest eingespeichert. Klar, auch das kann man ändern…

Wie sich der Text unter 4 Ohren wandelt

Wenn die Predigt uns zu schwermütig erscheint, zu sehr auf das Leiden und den Schmerz schaut, schalten wir auch schon mal mittendrin um. Da sind wir uns oft einig;-) Vielleicht verpassen wir dann allerdings auch mal den entscheidenden Wandel im Text. Er könnte sich ja plötzlich drehen, zum Glauben, zu dem, was uns trägt. Zum FÜRCHTE DICH NICHT. Ich bin bei Dir. Oder zum „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“. Eins der Lieblingszitate unseres Pastors. Heute (am 26.12.2021) war das zum Beispiel so. Darum sollte es ja eigentlich in diesem Text gehen: um den Wandel. Darum, wie sich ein Text manchmal ANDERS anhört, wenn ich ihn dann einmal höre, wenn wir ihn zu Zweit hören, wenn andere Ohren sind dabei. Ich höre dann scheinbar auch mit den Ohren meines Mannes. Ich finde die entscheidenden Textpassagen nicht mehr wieder. Sätze, die mich dermassen inspirierten, sind anscheinend weg oder sie haben eine andere Aussage bekommen. Das Grandiose scheint abhanden gekommen. Dafür werden neue Passagen sichtbar, kommen zu Ohren. Vielleicht hängt es ja auch mit der Urzeit zusammen. Morgens um 7:05 ist der Kopf noch leer, frei von Eindrücken des heranwachsenden Tages. Da landen die Botschaften ANDERS in den Gehirnwindungen. Da ist mehr Raum für das Spirituelle. Wenn ich erstmal das Frühstück vorbereitet habe und vielleicht dies und das abgewaschen, die Küche gefegt, die Reste vom Vorabend beseitigt, dann ist zu viel Alltag im Denken- Ja, so kann es sein.

Die Musik trägt uns gemeinsam

Und dann die Musik – oft gibt es schon bei den ersten Tönen ein Wiedererkennen, das haben wir doch schon selbst mit unserer Kantorei gesungen! Da ist eher Gemeinsames. Gemeinsame Erinnerungen, gelebte Musik mit unserer Kantorei, gleichzeitig die Geburtsstätte unserer Liebe. Dann werden die Ohren gespitzt. Mein Mann hört ganz sicher heraus, wenn der Chor sackt…da hat er ein feines Gehör. Für mich ist eher das Große Ganze wichtig. Klar, einigermaßen „sauber“ muss es schon sein. Und manchmal, zum Beispiel in der Weihnachts-Wunschmusik auf NDR Kultur war das Tollite Hostias aus dem Oratorio de Noël von Saint Saëns, dieses Jahr mein Lieblings-Weihnachtswerk s e h r s e h r l a n g s a m… . alles einer Frage der Gewohnheit. Und wenn uns die Musik im Gottesdienst auf dem einen Sender nicht gefällt, da sind wir uns oft einig, wie schön, dann wird auch umgeschaltet.

Wiedererkennen

Heute sind besonders viele wunderbare Zitate im FEIERTAG enthalten u.a. aus dem Buch „Vom Aufstehen“ von Helga Schuchardt. Ein wunderbarer Text. Als ich das Buch im Internet finde, kommt es mir erstaunlich bekannt vor…Moment mal.. das hat mir doch mein Mann geschenkt! Und ich habe irgendwann nicht mehr weitergelesen, weil es scheinbar zu wenig mit mir zu tun hatte…Und jetzt findet es auf diesem Weg wieder zu mir…

Ein Satz, eine Zeile, eine Botschaft landet direkt in meinem Herzen

Manchmal, wenn ich ratlos war oder auch traurig, in mich gekehrt oder mutlos, las oder hörte ich plötzlich einen Satz, eine Gedichtzeile, einen Liedanfang und ich spürte, hier ist er ja wieder, der Strom von Einverstandensein, der immer da war, da ist und da sein wird… …vielleicht hatte ich gerade auf einen solchen Satz gewartet, dann schrieb ich ihn auf, als Beweis, als Unterstützung, als Hoffnung. Das Wenige was Du tun kannst, ist viel (Albert Schweitzer) war so ein Satz…

Vom Aufstehen, Helga Schuchardt


Und den Text von Henning Luther- wo finde ich ihn? In einem Gemeindebrief aus NÜRTINGEN bei Stuttgart! Da war ich schon persönlich. Es ist ja nah bei Stuttgart, da wohnt meine Tochter. Mit Nürtingen verbindet mich etwas, ganz persönlich.


Schwach-sein-können
wird zur Stärke
Nicht immer schon wissen,
sondern fragen können
Nicht sich behaupten müssen-
sondern sich hingeben können.
Nicht fertig sein,
nicht erwachsen sein müssen,
sondern werden können, wachsen können.

Henning Luther

Übrigens, auf Deutschlandfunk Kultur ist die Sendung FEIERTAG von heute, 26.12.2021, nachzuhören. Ich finde, es lohnt sich in vielfacher Hinsicht. Die Musik war unter anderem eine Weihnachts-CD von Jethro Tull, nicht so meins. Ich bleibe da eher bei der Tradition, Händel, Bach, Saint Saëns.

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Wieder vereint ;-)

Das unendliche Glück meiner wunderbaren Familie

Sie ist wieder „zuhause“

Es ist der 15. Dezember 2021. Ich sitze auf dem Sofa, schließe meine Augen und lausche ihrer Stimme. Nicht am Telefon, nicht per Video Call, nein, ganz real hier bei mir, nur knapp einen halben Meter entfernt. Ich genieße…lausche, sauge die Worte auf. Vor zwei Stunden habe ich sie vom Bahnhof Dammtor abgeholt… meine Tochter. Seit nunmehr fast 3 Jahren arbeitet sie in Stuttgart… 700 km trennen uns normalerweise. Dann müssen wir mit Telefon, Videocall und manchmal ZOOM vorlieb nehmen. Wie gut, dass es das gibt! Trotzdem… Real und live ist so schön! Und wenn ich hin und wieder in Stuttgart besuche, ist es wunderbar und für mich wie Urlaub, auch wenn ich dort auch arbeite. Durch die Technik ist das ja problemlos überall möglich.

Zuhause

Nun ist sie hier. Zuhause? Ich muss nochmal fragen. Bisher war Zuhause immer noch hier, nah bei Hamburg, nah bei der Familie. Und es ist doch noch gar nicht Weihnachten! Für uns irgendwie schon, Weihnachten ist plötzlich näher gerückt.

Der Weg zum MEHR

Es begann mit der Idee, Anfang des Jahres noch ein paar Tage im Hamburger Salon ihr Künste anzuwenden, denn hier gibt es keinen Techniker, also die, die bei Concept P die genialen Farben in die Haare bringen. Strähnen, Ballayage, Färben. Am 5. Januar 2022 hätte sie in Stuttgart wieder angefangen… und am 6. ist dort ja so wie in einigen weiteren Bundesländern schon wieder Feiertag. Das macht doch keinen Sinn! Also kurz den Chef gefragt – und das OK bekommen. Das erste Geschenk! Denn die Zeit, die sie bei uns in Hamburg ist, ist am Ende immer viel zu kurz! Kaum sind die Feiertage vorüber, gehts auch schon wieder gen Süden… Diesmal also nicht!

Und noch mehr Zeit zusammen…

Dann fiel ihrem Arbeitgeber in den ersten Dezembertagen ein, sie könne sich doch eigentlich auch sofort nach Hamburg aufmachen. Besser gesagt, gen Kummerfeld, gen Kummerfeld! für Insider, das kommt aus einem Advents-Weihnachtsbuch… Advent heisst ja ANKOMMEN…> Aber sofort ging nicht, aufgrund einiger Termine in Stuttgart. Am 15. ginge es aber. Und nun ist sie hier. Live und in Farbe, ganz bei uns. Ganz schnell sogar, nur 5 Stunden mit dem ICE Sprinter. Ein Wahnsinn, hätte ihre Oma, meine Mutter, gesagt. Ok, sie wird arbeiten, sogar mehr, als wenn sie nur über die Feiertage und „zwischen den Tagen“ hier wäre. Aber es gibt die Wochenenden, den Sonntag zumindest, die Feiertage. Und sie ist in der Nähe, wir werden uns morgens sehen, abends gemütlich zusammensitzen, miteinander reden, Spaß haben, die geschenkte gemeinsame Zeit vollkommen genießen. Und auch mit der erweiterten Familie, getestet (geimpft sowieso) mit den Enkelkinderrn bzw. Neffen und Schwippneffen (aus Sanjas Sicht) zusammen sein. Was für ein Geschenk! Weihnachten kommt früher näher, Familienzeit, Feierzeit, Besinnung und einfach zusammen sein. Die Arbeit rückt schon mal ein Stück in den Hintergrund, Familie und Weihnachtsfeeling rückt vor. Was für ein Glück! Wie bin ich dankbar!

Meine Tochter, mein Herz. Unser vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Das beste, was ich mir denken kann.

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Geschützt: Am Ziel

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Besinnliche Weihnachtszeit?

Bild von <a href="https://pixabay.com/de/users/blackout_photography-510727/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3043710">Miriam Müller</a> auf <a href="https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=3043710">Pixabay</a>

Auf gehts

Ich hatte mir nichts dabei gedacht. Nur schnell einen Gutschein besorgen – und na ja, vielleicht noch ein paar Teelichte, die sind da besonders günstig und brennen lange! Ich hatte sogar Lust dazu, neulich sagte jemand, ein Besuch in diesem Laden gehöre für sie einfach zu Weihnachten dazu. Danach würde ich schnell nach Hause fahren und meinen freien Nachmittag, Ruhe, vielleicht eine Kerze, eine Adventsgeschichte, einen Cappuccino genießen.

Angekommen

Als ich auf den Parkplatz einbiege, sind genügend Plätze frei. Ich nehme gleich einen der ersten. Drinnen angekommen, schlage ich den bekannten, kurzen Weg direkt zu den Kleinartikeln ein. Ich schaue hier und dort und finde ein paar nützliche Dinge. Ich bin ja so entspannt! Da, eine Lautsprecherdurchsage lässt mich aufhorchen. Matratzen sind im Sonderangebot! „Schlafen Sie nach Weihnachten himmlisch, wie von Engeln getragen“. „Kommen Sie in die Schlafzimmerabteilung“ lockt die sanfte Stimme. Das klingt gut! Da kann ich mich doch gleich mal erkundigen…meine Tochter wünscht sich ja eine Matratze, das Angebot kommt wie gerufen.

Eins nach dem Anderen

Aber erstmal die Kleinteileabteilung durchwandern. Es ist fast wie auf dem Jakobsweg! Da sollen ja mittlerweile auch so viele Menschen herumlaufen, dass man kaum noch Ruhe findet.. Nachdem ich die Teelichter- und noch ein paar andere Kleinigkeiten, die wir unbedingt brauchen! in die praktische gelbe Tasche gepackt hatte (hätte ich mich doch lieber für einen Einkaufswagen entschieden..) und eine Freundin angerufen habe, die auch die Teelichte liebt.. beginne ich aufzuzählen, wie bei „ich packe meinen Koffer“ um bloß nichts zu vergessen, vor allem nicht den Gutschein. Ich hatte zudem etwas entdeckt, was den Kindern meiner Freundin gefallen könnte. Ich rief sie an. Sie hatte eine bessere Idee. Ein weiteres Teil für meine Koffer.

Weiter gehts

Inzwischen bin ich im Kassenbereich und will mich nur mal eben (!) nach den Matratzen erkundigen. Die Information ist da hinten, 30 Meter weiter. „Ihre Tasche können Sie gern hier stehen lassen, die kommt nicht weg.“ Na, hoffentlich hat der freundliche Mitarbeiter Recht! Ich habe nämlich wenig Lust, nachher alles neu zusammen zu suchen, falls jemand gerade meine Schnäppchen entdeckt und eben NICHT Lust hat, alles selbst einzusammeln… Ok, ich vertraue ihm ausnahmsweise und begebe mich zur Information. Ich nenne dem Mitarbeiter die gewünschte Matratzengröße, er schaut in seinen Computer und findet sie nicht. Ich kann mir das nicht vorstellen. Er schwenkt seinen Monitor elegant zu mir herum und lässt mich selbst auf den Bildschirm schauen. Er empfiehlt mir, doch lieber selbst in die Bettenabteilung zu gehen. Wie komme ich denn am besten nach oben? Da vorn rechts, Gang 35, dann die Treppe hoch. Ok, die Treppe kenne ich, da bin ich ja vorhin schon einmal hoch gelaufen.

Wie in Trance durch die Gänge

Oben beginnt dann das Drama. Ich kämpfe mich durch, den schwarzen Pfeilen folgend, schaue auf die blauen Schilder, irre durch die Gänge, die kein Ende nehmen wollen, noch eine Kurve, noch eine Gerade, ich habe das Gefühl, ich laufe im Kreis! Wohnzimmer, Tische, Schränke, Stühle, Kinderzimmer! Mühsam und Haken schlagend bahne ich mir den Weg zwischen Kinderwagen, schlendernden Liebespaaren, Suchenden, großen und kleinen Einkaufswagen. Wie im Rausch durchkämme ich die Gänge, gehe wie in Watte gehüllt, nehme die anderen Menschen um mich herum nur noch undeutlich wahr, nur weiter, weiter, dem Ziel entgegen. Wo ist nur die Bettenabteilung?? Es scheint hier alles zu geben, nur keine Schlafzimmer! Ich gehe weiter, rastlos. Dann endlich bin ich da. Ich atme auf. An einem Stand wiederhole ich meine Frage. Die Mitarbeiterin verweist mich zur Kinderabteilung. Oh nein, bitte nicht. Ich komme mir vor wie in einem Albtraum. Ich wundere mich zwar, dass kleine Kinder so große Matratzen brauchen, folge aber brav ihren Anweisungen und mache mich auf (nicht nach Galiläa, aber es kommt mir fast so vor..) Die nächste Mitarbeiterin denkt mit – und klärt mich über meinen Irrtum auf. 100×140? Sie meinen wohl 200×140? Ich überlege kurz und stimme ihr dann zu, sie hat wohl Recht, ahne ich. Sie können sich schon vorstellen, was nun kommt. Schweren Herzens nehme ich die Peilung auf, zurück zu den Schlafzimmern! Ich kann nicht sagen, dass ich mich inzwischen besser zurecht finde.

Nur noch weg – wer weist mir den Weg?

NIMM MICH MIT – ICH MUSS HIER RAUS! Wie gerufen springt mir dieser Spruch in ROT auf GELB plötzlich auf meinem Weg gleich mehrmals entgegen. Vorher ist er mir gar nicht aufgefallen. Jetzt aber steht er da, wie für mich gemacht. Genau das möchte ich hinausschreien. Er erinnert mich entfernt an eine Fernsehserie, die ich allerdings (glücklicherweise) nur vom Hörensagen kenne.
Wer zeigt mir den Weg nach draussen?? Ich will hier weg. Andererseits will ich nicht aufgeben, ich habe ja mein Ziel fast erreicht. Tatsächlich finde ich schließlich, was ich suche. Die Mitarbeiterin, die mich ja schon kennt, oder ich kenne sie (jedenfalls wirkt sie vertraut), bitte ich um Beratung, denn es gibt circa 20 verschiedene Matratzentypen. Wo sind die Sonderangebote? Welche Liegeware ist zu empfehlen? Sie ist nicht angetan von meinem Ansinnen mich zu den Angeboten zu begleiten, erhebt sich dann doch träge von ihrem Drehstuhl. Langsam bequemt sie sich, mir die Schilder zu zeigen, auf denen neben den schwarzen auch rote Preise stehen, die Sonderpreise eben. Aha sage ich, und schaue verwirrt um mich, danke. Ich laufe noch einmal hin und zurück, schaue auf die Preise, die Werbeschilder, die Matratzen, das reicht. Mir schwirrt der Kopf von den Beschreibungen. Schaumstoff, Latex, Federkern, Gewichtsangaben, bei welchem Körpergewicht brauche ich welche Matratze, Tabellen, Skizzen von verschiedenen Materialien in unterschiedlich dicken Schichten, Größen, Preise… ich bin nicht mehr aufnahmefähig. Mein Gehirn hat abgeschaltet, sorgt nur noch dafür, dass ich meine Füße einen vor den anderen setzen kann. Ich habe genug gesehen und mache mich auf den Weg zur Kasse – beziehungsweise zunächst zu meiner Tasche.

Ein letztes Mal.

Sie wissen schon, was jetzt kommt, schwarze Pfeile auf dem Boden, blaue Schilder, Gänge ohne Ende… ich erinnere mich dunkel, ich muss Richtung Cafeteria.. Soviel kann der Rest funktionierendes Gehirn gerade noch bewältigen. Jedes Mal, wenn ich die Kaffeetasse auf einem der Schilder entdecke, jubiliere ich. Es ist es wie eine Oase in der Wüste. Gleich habe ich es geschafft!

Wahre Weihnachtsfreude?

Meine Tasche steht noch brav noch an Ort und Stelle. Das Bezahlen an der Kasse ist eine Kleinigkeit gegen die Odyssee durch die endlosen sich hinziehenden Gänge, gesäumt von Möbelstücken ohne Ende des blau-gelben Möbelgiganten. Den Gutschein bekomme ich an der Kasse…Die gelbe Tasche tausche ich dort gegen eine blaue. Wahrscheinlich träume ich heute Nacht blau-gelb. Sonne und Mehr könnte das sein, aber für so ein Entspannungsbild muss ich hier schon viel Phantasie aufbringen. Ich schließe kurz die Augen und wähne mich auf meiner Insel. Dann schleppe ich die Tasche zum Auto und steige ein. Endlich. Es fühlt sich vertraut an, fast schon wie zuhause. Erschöpft lehne ich mich gegen die Rückenlehne.

Ganz schön anstrengend, für einen Gutschein und ein paar Teelichte mehr als eine Stunde, gefühlte 3 Stunden, die mich durch die ganze Welt des Wohnens geführt haben. Wahre Weihnachtsfreude? Die hatte ich mir doch eigentlich anders vorgestellt.

Lebe ich? Oder kaufe ich noch ein…

Renate Witt-Frey, im Dezember 2009, ergänzt im dezember 2021

In diesem Sinne wünsche ich Dir & Euch besinnliche Weihnachtstage, einen guten Rutsch ins Neue Jahr – und wenn nächstes Jahr Weihnachten naht, mehr Muße, Zeit für Glühwein und Adventsgeschichten, für ruhige Momente beim Schein der Kerzen- mehr Leben –
kurz- alles, was ich mir und uns auch selbst immer wieder wünsche 😉

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