Ständig auf Empfang!?

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Welche magische Anziehung IPhone, IMac und iPad ausüben – und wie wir ihr (nicht) folgen (müssen)…

Du kannst es?

Ich bin sicher, Du kannst es gut: Dir fällt es ganz leicht, das iphone einmal weglegen, auf Flugmodus stellen, den Rechner OFF lassen, das iPAD weit weg legen. Natürlich gilt dieser Artikel auch für PC Nutzer, wenn sie sich wiederfinden.

Oder kennst Du das auch? Du hast alle guten Vorsätze, Du lässt Dein Mobiltelefon mindestens für das Frühstück mit Deinem Partner im Arbeitszimmer. Er wünscht es sich. Und sagt ganz oft, er braucht kein Handy… Wäre da nicht die Tageszeitung, früher in Papierform, heute digital, wo man unbedingt mal reinschauen muss, zumindest muss sie heruntergeladen werden… nur um wieder neue C-Zahlen zu finden, Schreckensmeldungen, politische Fehltritte und miserable Wettervorhersagen… na ja, hin und wieder gibt es auch wirklich Wichtiges oder sogar mal eine erfreuliche Meldung.

Gute Nachrichten?

By the way, ich wünsche mir mal eine Tageszeitung, die nur positive Meldungen bringt. Im Internet gibt es das ja, z.B. die Seite GOODNEWS oder die APP, die ich gerade entdecke- Squirrel news (noch nicht getestet) oder nur-positive-Nachrichten.de. Ja, es gibt sie! Auch jetzt, auch heute. Klar, ich möchte auch informiert sein, aber 1x am Tag genügt mir – und am liebsten aus dem Radio, z.B. auf Deutschlandfunk.

Die Gewohnheit nimmt Platz

Zurück zu meinen Vorsätzen. Es scheint einfach nicht zu gelingen, handy-los zu frühstücken. Ich muss doch das Handy bereit liegen haben, falls mein Wunsch in der Klassiksendung erfüllt wird… dann will ich es aufnehmen, mit der APP Sprachmemo. Also hole ich das Telefon von oben, wirklich nur, um meinen Musikwunsch, wenn er denn kommt, aufzunehmen. Und als ich es dafür vorbereite, kommt gerade eine Meldung rein. Nur kurz mal eben lesen, dann weiter frühstücken. Was sagte mein Schatzi gerade? Ich habs verpasst, war abgelenkt… Oh, und da kommt gerade ein bekanntes Stück, wie heisst es noch? Da brauchen wir schnell mal Shazam, um den Tiel zu identifizieren. Und wenn man nicht aufpasst, ist man schnell im gewohnten Modus.

Aber Gewohnheiten lassen sich ändern…

Gehts auch ohne?

Ein Teil von mir beobachtet die Szene von Aussen. Schon spannend. Wir sind so daran gewöhnt, die Technik ständig zu nutzen, dass wir uns komisch „ohne“ vorkommen. Hier schnell etwas nachschauen über die Suchmaschine, da kurz mal etwas schreiben, geht ja schnell, schon kommt die nächste Nachricht rein. Und damit ist es ja nicht getan. Ich komme so laufend auf neue spannende Ideen (oft für die Anderen.. ) und das zieht dann so Einiges nach sich… Geht es auch mal ohne? frage ich mich in hellen Momenten. Es ist so wichtig, dieser digitale detox… Es ist wohl sinnvoll, Zeiten dafür festlegen. Überwiegend nutze ich das Mobilphone ja geschäftlich, abends aber chatte ich oft mit meiner Tochter oder einer der Freundinnen, oder ich muss nur mal schnell etwas nachschauen. Das ist dann MEINE Ausrede, wenn es bei meinem Schatzi die Zeitung oder etwas anderes ganz Wichtiges ist. Wie oft nehme ich es dann zur Hand, da ist ja eine Nachricht reingekommen… und nach kurzer Zeit nin ich ganz woanders, verloren in den Tiefen des WorlWideWeb und weiß ich nicht mehr, was ich eigentlich gucken wollte, bin völlig woanders gelandet. Kennst Du das? Wie gehst Du damit um?

Das perfekte Geheimnis

Mir fällt auch der Film ein, wo alle ihre Handys auf den Tisch legen und jeder muss laut vorlesen, wenn eine Meldung reinkommt. „Das perfekte Geheimnis“ heißt er. Die website filmstarts.de sagt dazu „Die Protagonisten spielen ein Spiel: Jeder legt sein Handy in die Mitte des Tisches und ganz egal, wer nun welche Bilder oder Nachrichten geschickt bekommt, und seien sie noch so kurz – alles muss mit den anderen geteilt werden. Telefonate sind nur über den Lautsprecher erlaubt. Doch was als kurzweiliger Zeitvertreib beginnt, der ein bisschen Spannung in den Abend bringen soll, führt schon bald zu einigen peinlichen und angespannten Situationen voller Überraschungen. Und schon bald droht nicht nur die Stimmung zu kippen, auch die langjährigen Beziehungen stehen durch die Aufdeckung von brisanten Lügen und Geheimnissen auf dem Spiel…“ Sollte man mal machen, im Alltag?

Die Wirkung von digitalem Fasten

Wir waren einmal ein Wochenende auf Rügen, da war mein Handy meistens abgeschaltet, weggelegt, ganz bewusst. Da gab es plötzlich wieder volle Konzentration auf mein Gegenüber, meinen Mann, auf das Gespräch, ohne Ablenkung. Auch auf mich. Aber wie oft griff ich in die Tasche…leer…

Ich glaube, es war am 1. März 2019, als meine Tochter sagte, am Sonntag würde sie „digital fasten“ also keinen der Messenger benutzen, kein facebook, nichts dergleichen. Ich sage sofort, ich bin dabei. Und nicht nur das, ich entschied mich an diesem Tag auch gleich für eine zuckerfreie Phase (zumindest offensichtlicher Zucker, Schokolade, Kekse, Süßigkeiten wegzulassen), und dann dachte ich, dann kann ich auch gleich wieder mit dem Intervallfasten wieder anfangen. Krasse Auswirkungen, eine Entscheidung und gleich weitere direkt hinterher, ganz einfach! Wenn ich anfange auf eins zu verzichten, fällt das Andere ganz leicht. Grundsätzlich kann, konnte? ich schwer verzichten oder loslassen, aber auch dahinter steckt nur ein Glaubenssatz, den ich einfach abschalten kann. Dafür gibt es eine coole Methode!

Was ist also alles möglich, wenn ich mal OFFLINE bin. Die Gespräche bekommen eine andere Qualität. Es kommt mehr von innen als von außen. Sicher nehme ich meine Intuition besser wahr. Ich höre ganz auf mich. Ich kümmere mich um das, was wirklich wichtig ist. Die Zeit scheint langsamer zu vergehen. Wie morgens, wenn ich den Rechner noch OFF lasse. Sobald ich ihn einschalte, fliegt die Zeit scheinbar nur so dahin. Wie schnell sind ein, zwei Stunden vergangen! Gefühlt habe ich mehr Zeit, wenn das Ding noch schläft…

Guter Rat – nicht teuer und sehr wirksam

Also merke: Überlege dir gut, ob Du das Telefon „automatisch“ in die Hand nimmst. Einer der bekannten Persönlichkeitstrainer sagt, erst einmal atmen, bevor ich zum Telefon greife. Ich glaube es ist Christian Bischoff.

Es gibt sogar ein „Handygefängnis“ eine kleine Drahtbox, die man abschließen kann… brauchen wir die? Ich habe mal vorsichtshalber eine bestellt. Benutzt haben wir sie noch nie. Ich habe sie jetzt wieder aus dem Keller geholt -;) Wie heißt der entscheidende Satz, neulich aufgeploppt von Innen, seitdem viel zitiert in meiner Coaching Gruppe:

Man muss es einfach nur wollen.

Und dann muss man es einfach nur tun.

Viel Erfolg dabei und gute Erkenntnisse!

Renate Witt-Frey, Dezember 2021

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